
Tag 0:
Wir entnehmen die Eizellen aus den Eibläschen/Follikeln – diesen Vorgang nennen wir Aspiration. Die Eizellen werden in einer Schale mit einem Medium, das die Umgebung der Gebärmutter nachahmt, bei 37°C aufbewahrt.
Nach ein paar Stunden sind sie bereit zur Befruchtung. Die Befruchtung kann entweder durch die IVF-oder ICSI-Methode erfolgen.
IVF-Methode: Die Spermien werden zu den Eizellen hinzugefügt, wodurch eine spontane Befruchtung möglich ist. Einige Stunden später werden die Eizellen in eine Kulturschale überführt, wobei jede Eizelle in einer eigenen kleinen Vertiefung liegt.
ICSI-Methode: Hier wird in jede reife Eizelle manuell eine einzelne Samenzelle injiziert. Vor der Injektion werden die Eizellen von den sie umgebenden Stützzellen befreit. Unter dem Mikroskop wird eine Samen- zelle ausgewählt, durch einen leichten Schlag auf den Schwanz aktiviert und in eine Pipette aufgenommen. Eine zweite Pipette fixiert die Eizelle, während die Samenzelle injiziert wird. Dieser Prozess wird für alle entnommenen Eizellen wiederholt.
Zusätzliche Calcium-Behandlung: Falls in früheren Versuchen mit der ICSI-Methode eine niedrige Be- fruchtungsrate festgestellt wurde, kann diese möglicherweise durch eine Behandlung der injizierten Eizel- len mit Calcium erhöht werden. Dazu werden die Eizellen für kurze Zeit in eine Calcium-Lösung gegeben, bevor sie in die Kulturschale überführt werden.
Nach der Befruchtung werden die Eizellen in jede eigene Vertiefung in einer Kulturschale gelegt.
Tag 1
Wir überprüfen, ob die Eizellen befruchtet wurden. Dies erkennen wir daran, dass die Eizelle zwei Vorkerne (Pronuklei) enthält – das DNA der Eizelle und der Samenzelle.
Es ist nicht zu erwarten, dass alle Eizellen befruchtet werden. Normalerweise liegt die Befruchtungsrate bei 50–60 %, abhängig von der Qualität der Eizellen und der Spermien.
Tag 2
Heute prüfen wir, ob sich die befruchteten Eizellen geteilt haben. Typischerweise haben sie sich in 2–4 Zellen geteilt, manchmal sogar bis zu 6 Zellen.
Tag 3
Wir überprüfen erneut die Zellteilung. In der Regel bestehen die Embryonen nun aus 6–8 Zellen, manchmal bis zu 10.
Tag 4
Die Zellteilung setzt sich fort, und die Zellen beginnen zu verschmelzen. Dadurch sind sie nicht mehr einzeln zählbar.
Tag 5
Jede Eizelle besteht jetzt aus mehreren hundert Zellen. Der Embryo ist gewachsen, und erstmals kann man unter- scheiden, welcher Teil zum Fötus wird und welcher zur Plazenta. Dieses Entwicklungsstadium nennt man das Blastozysten-Stadium.
Wir begutachten alle Eizellen und wählen die beste für den Embryotransfer in die Gebärmutter aus. Falls überschüssi- ge Blastozysten vorhanden sind, werden diese eingefroren, sodass sie später verwendet werden können, falls ge- wünscht.
Im Durchschnitt entwickeln sich etwa 25–30 % der befruchteten Eizellen zu Blastozysten, die zu einer Schwanger- schaft führen können.
Tag 6
Wir überprüfen ein letztes Mal, ob sich weitere Eizellen zu Blastozysten entwickelt haben, die zu einer Schwanger- schaft führen können. Falls ja, werden auch diese eingefroren.
Die Entwicklung der Eizellen verläuft oft in Schüben, weshalb es schwierig ist, genau vorherzusagen, wie sich die Embryonen in den 5–6 Tagen im Inkubator entwickeln werden.
Am Tag 1 informieren wir euch darüber, wie viele Eizellen befruchtet wurden.
Blastozysten werden an Tag 5 und Tag 6 eingefroren. Sobald der Kultivierungsprozess an Tag 6 abgeschlossen ist, senden wir euch eine Bestätigung darüber, wie viele Blastozysten wir jeweils an Tag 5 und Tag 6 eingefroren haben.
Zusätzlich erhaltet ihr eine Auftaugenehmigung, die ausgefüllt und an uns zurückgesendet werden muss, falls ihr eine eingefrorene Blastozyste transferieren lassen möchtet. Diese Genehmigung darf zum Zeitpunkt des Auftau- ens/Transfers maximal 1 Monat alt sein.
Ihr habt die Möglichkeit, folgende Zusatzleistungen zu buchen:
Assisted Hatching: (AHA) In einigen Fällen kann diese Methode die Schwangerschaftschancen bei IVF und ICSI verbessern. Die Eizelle ist von einer Schutzschicht, der Zona pellucida, umgeben. Die ersten Zellteilungen finden innerhalb dieser Schicht statt. Sobald das Embryo das Blastozysten-Stadium erreicht, muss es „schlüpfen“, um sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten zu können. Es wird vermutet, dass manche Embryonen Schwierig- keiten haben, aus dieser Hülle herauszukommen. Dies kann durch Assisted Hatching erleichtert werden, indem wir unter dem Mikroskop kleine Öffnungen in die Hülle schneiden.
Akupunktur: Wir bieten Akupunktur an, um die Durchblutung der Gebärmutter zu fördern und die mentale Entspannung zu erhöhen, da dieser Prozess oft als stressig empfunden wird.
USB-Stick mit Video: Wir bieten euch ein Video der Embryonalentwicklung von Tag 0 bis Tag 5/6 der Blastozyste an, die transferiert wird.
Informationsmaterial bestellenIVF/ICSI
In unserer Klinik bieten wir modernste Techniken wie IVF und ICSI an, um Ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Bei IVF werden Eizellen und Spermien außerhalb des Körpers befruchtet; bei ICSI wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert. Unser erfahrenes Team begleitet Sie einfühlsam und sorgt für eine individuelle, erfolgreiche Behandlung.
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Eizell- und Doppelspende
In unserer Klinik bieten wir Eizell- und Doppelspenden an, um Ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Bei der Eizellspende werden gespendete Eizellen befruchtet, bei der Doppelspende stammen sowohl Eizellen als auch Spermien von Spendern. Unser einfühlsames Team begleitet Sie durch den Prozess, mit hoher Erfolgsquote und kurzen Wartezeiten, für Ihre optimale Unterstützung.